Unsere Welt ist geprägt durch Naturwissenschaft und Technik. Bildung in den Bereichen Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik (MINT) ist eine notwendige Voraussetzung, um die moderne Welt zu verstehen, in ihr zu bestehen, und Herausforderungen der Menschheit durch Innovationen in diesen Feldern lösen zu können. Vor dem Hintergrund einer wachsenden Technologisierung nahezu aller Lebensbereiche liegt darin auch ein wesentlicher Schlüssel zur gesellschaftlichen Teilhabe und zur verantwortlichen Mitgestaltung unserer Zukunft.

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Sonntag, 28. Februar 2021

Leserbrief zur Situation digitaler Relaisfunkstellen

Die Redaktion hat einen Leserbrief von Achim Breuer zu den letzten Veröffentlichungen "Offener Brief zu Relaisstellensituation im Siebengebirge" und "Warum der Amateurfunk bei Relaisfunkstellen keine digitalen Sprachcodecs benötigt" erhalten. Wir möchten den Inhalt unserer breiten Leserschaft zur Diskussion stellen und veröffentlichen den Text unter Einverständnis von Achim an dieser Stelle.

Grundsätzlich sehe ich die Situation der Relais auch kritisch. Digitale Betriebsarten finde ich grundsätzlich nicht verkehrt. Aber es dürfte ruhig etwas innovativer sein. DStar und C4FM sind durch Icom und Yaesu entwickelt worden um ihre passende Hardware abzusetzen und wir sind ihnen prima auf den Leim gegangen. Die restlichen Techniken sind bei der Industrie abgeschaut und in den Amateurfunk importiert worden.
Natürlich sind Raspberry Arduino und die Programmierung derselben für manche schon herausfordernd. Und auch Relaistechnik ist nicht so simpel. Aber innovativ ist das Ganze irgendwie nicht. Und die unterschiedlichen Techniken machen es erforderlich, sich für jede Betriebsart eine Handfunke um den Hals zu hängen, um für alle Eventualitäten gerüstet zu sein. Macht keiner und daher nehmen wir dann besser direkt das Handy und die Relais benutzt keiner.
Ich bin nicht im Bilde, ob es sowas schon gibt. Aber wie wäre es mit einer Handfunke als Plattform, also HF Teil für 2m / 70cm und leistungsfähige DSP - Technik, GPS usw. um offene Software darauf zu installieren. Codecs für Sprachübertragung gibt es auch offen. Sogar sehr innovative mit minimaler Bandbreite. Das gleiche dann für die Relaisstandorte. Und dann schauen wir uns mal die verschiedenen vorhandenen Digitalstandards an, nehmen das beste aus allen Welten und entwickeln ein Netz selber. Und zwar eines, für das man keinen Wochenendkurs benötigt.
Und FM ? Aber ja ! Bisher hat FM immer noch gegenüber allen digitalen Betriebsarten einen Systemvorteil. Das Gehirn des OM synchronisiert auf verrauschte Signale einfach besser als jeder Codec. Das angestaubte Echolink könnte da eine mögliche Basis für weitere Entwicklungen bieten. Vernetzt wird das Ganze natürlich über HamNet.
Wer die Handfunken baut ? Sollte mit 3D Druckern und den heutigen Fertigungsmöglichkeiten für Platinen auch kein Problem mehr darstellen. Ist dann zwar vielleicht nicht designmäßig rundgelutscht, aber zumindest mal ist so eine Handfunke dann selbst entwickelt.
Eine solche Plattform bietet dann auch unendliche Möglichkeiten sich kreativ auszutoben. Datenübertragung für Text / Netzwerk, Vollduplex, Betrieb über Satelliten, Store und Forward...
Amateurfunk ist keine Dienstleistung sondern ein Hobby um Innovationen zu entwickeln.

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