Montag, 18. Januar 2021

Beurteilung der Baby Loop von I3VHF

Die Redaktion möchte an dieser Stelle eine kurze Beurteilung der magnetischen Loopantenne "Baby Loop" von I3VHF abgeben. Diese Beurteilung entsteht nach etwas mehr als sechs Monaten praktischen Betrieb auf den von der Antenne unterstützten Bändern 40m bis 10m.

Elektrisch hat Ciro, I3VHF alles richtig gemacht. Massive Verschweißungen des genutzten Aluminiumrohrs und das Konzept des Abstimmkondensators ohne Übergangswiderstände an den Schleifkontakten eines Drehkondensators führen zu einem fast nicht zu unterbietenden niedrigen Widerstand des Schwingkreises und damit zu einer extremen Güte. Die Gammamatch zur Einkopplung der Sendeleistung sorgt ebenfalls für niedrige Verluste. Beides ist im Betrieb der Antenne feststellbar. Die Antenne ist mit 1 KW belastbar und arbeitet dort nachweislich ohne Spannungsüberschläge im Kondensator. 

Mechanisch ist die Antenne mit dem riesigen Plattenkondensator oben gegenüber der Einkopplung ein wahres Trumm. Das Nettogewicht von 16 Kg sollte nicht unterschätzt werden, zumal die Loop kopflastig ist. Zum Aufbau (zumal auf Dächern) sind zwei Personen dringend empfohlen. Die Antenne macht einen sehr soliden Eindruck. Bei der Redaktion war sie in einer Höhe kurz über dem Dachfirst an einem 60mm Stahlmast montiert.

Im Betrieb ist die kleine Loop von 20m bis ins 10m-Band einer entsprechenden Vertikalantenne ebenbürtig. Zum Vergleich wurde eine Cushcraft R5 herangezogen. Wichtig ist, dass die Antenne auf die jeweilige Senderichtung ausgerichtet wird. Obwohl das Antennendiagramm anderes vermuten lässt war eine Abweichung von 30° schon mit ein bis zwei S-Stufen schwächeren Werten bemerkbar. Die Antenne wird mit einem mitgelieferten Abstimmgerät auf Resonanzgebracht. Dies liess sich nicht immer bis ins Minimum erreichen. Verwendet wurde hier allerdings das alte Abstimmgerät in Version 1. Inwieweit diese Unsauberkeit mit der neuen Version des Abstimmgerätes beseitigt ist, lässt sich nicht sagen. Der Plattenkondensator hat hier im Weiteren, wohl bedingt durch die exponierte Montage über dem Dachfirst für schwankende Abstimmwerte bei starken Windböen gesorgt. So war ein durchgehender Funkbetrieb auf den unteren beiden Bändern bei Starkwind nicht möglich. Ebenfalls beeinflusst starke Sonneneinstrahlung die Resonanzfrequenz. Hier wird es erforderlich die Antenne ein bis zweimal die Stunde neu abzustimmen. Auf 40m und 30m muss man gegenüber einem korrekt aufgehangenen resonanten Dipol mit einer S-Stufe Verlust rechnen.

Vorsicht ist bei Betrieb der Antenne mit hohen Leistungen geboten. Obwohl die Loop eine Leistung bis 1 KW klaglos verkraftet, entstehen hohe Felder. So konnte die EMUV-Situation der Funkstation in etwa 5m Abstand von der Antenne trotz vieler Gegenmaßnahmen nicht beherrscht werden. Eine starke Verringerung des empfangsseitigen Störpegels konnte nicht verzeichnet werden.

Alles in allem hat die Antenne ein sehr ambivalentes Bild geboten, dass sicherlich vom jeweiligen Aufbauort und den dort herrschenden Randbedingungen beeinflusst wird. Mechanisch ist sie hervorragend konstruiert, elektrisch hat sie ihre Tücken. Bei beschränkten Aufbaumöglichkeiten ist sie sicher eine denkbare Lösung, um qrv zu werden. Sie ist besser als eine Käferlein-Loop einzuordnen und schägt die Kabelloops, wie Alex etc., um Längen.

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